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Wandertage am Comer See (22.04. - 25.04.2011)

Mittlerweile gehören die (meistens) 4tägigen Kurzurlaube am Comer See zum festen Bestandteil der Straußenclique. Wie bereits die letzten Jahre waren wir im Hotel Baia di Pare in Valmadrera untergebracht. Unser Hotel liegt direkt am See mit einem schönen Blick nach Lecco und zu den imposanten Kalkzinnen der Resegone.

Dieses Jahr waren wir insgesamt 15 Personen, die gemeinsam für 4 Tage an den Lago di Lecco fuhren.


22. April: Anfahrt und kleine Wanderung oberhalb Lecco

Am frühen Morgen trafen sich 15 Personen, was insgesamt 5 PKWs entspricht, am Grenzübergang Palmrainbrücke bei Weil. Nach einer kurzen Begrüßung setzte sich der Konvoi in Bewegung. Ein schöner Sonnenaufgang am Vierwaldstättersee versprach einen schönen Tag. Vor dem Gotthard standen wir leider über eine Stunde im Stau, Osterreiseverkehr eben. Bei der Raststätte Bellinzona Nord hatten sich nochmals alle Personen zu einer kleinen Kaffeepause getroffen. Später fuhren wir über Chiasso - Como - Lecco bis zur Talstation der Funivia Piani d`Erna.

Mit der Seilbahn fuhren wir zur reizvoll gelegenen Hochfläche Piani d`Erna (1303 m), wo unsere kleine, knapp 2stündige Wanderung begann. Von der Bergstation liefen wir den gut markierten Weg Richtung Rifugio Stoppani. Bereits am Anfang entdeckten wir einige interessante Pflanzen, so gleich zu Beginn die schöne Hunds-Zahnlilie (http://de.wikipedia.org/wiki/Hunds-Zahnlilie). Bald erreichten wir das Rifugio Stoppani (890 m), wo wir eine längere Pause einlegten. Leider hatte die Hütte noch geschlossen, stattdessen konnten wir auf der Aussichtsterrasse einen schönen Blick über Lecco und zum Monte Barro genießen. Der Weiterweg wurde etwas flacher und führte uns über eine kleine Almsiedlung zurück zum Ausgangspunkt an der Talstation (610 m). Trotz der relativ kurzen Wanderstrecke entdeckten wir einige interessante Pflanzen.

Anschließend fuhren wir in unser Hotel Baia di Pare. Nach einem kurzen Einchecken folgte ein leckeres italienisches Abendessen mit reichlich Vino della Casa.

Dieses Hotel kann man mit ruhigen Gewissen empfehlen !

 

23. April: Wanderung Monte Barro (922 m)

Heute stand eine etwas größere Wanderung auf dem Programm: Die mittlerweile obligatorische Tour zum Monte Barro, dem ungemein aussichtsreichen Blumenberg südlich von Lecco. Vom Parkplatz vor dem Friedhof in Galbiate (371 m) liefen wir dem schmalen Fahrsträßchen Richtung Monte Barro. Im Gegensatz zum gestrigen Tag war es heute leider recht bewölkt und die Fernsicht war sehr schlecht. Für Freude sorgten allerdings zahlreiche interessante Pflanzenarten. So entdeckten wir am Straßenrand die Fliegen-Ragwurz (http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegen-Ragwurz). Bei einem kleinen Wanderparkplatz zweigten die Wanderwegweiser rechts in den Wald und so folgten wir diesem schönen Weg bis zur Eremo di Monte Barro. Hier machten wir eine kleine Trinkpause bevor der Endspurt zum Gipfel begann. Der Wanderweg wurde nun immer interessanter und wir fühlten uns auf dem Monte-Barro-Gipfel wie in einer anderen Welt. Die Sicht war leider immer noch bescheiden, außerdem blies ein recht kühler Wind. Aus diesem Grunde fiel die geplante Gipfelrast recht kurz aus. Danach machten wir uns an den Abstieg - Dieser Weg war nie wirklich ausgesetzt, verlangte dennoch ein gewisses Maß an Trittsicherheit. Weiter unten wurde der Gratweg wieder etwas einfacher zum Begehen, so zeigte uns Jochen noch einige interessante Pflanzen. Das Interessante am Monte Barro ist die Vielfalt an verschiedensten Pflanzengesellschaften auf engsten Raum: Im Abstand von wenigen Metern fanden wir mediterrane Pflanzen neben Alpenblumen ! Das letzte Stück vom Abstieg verlief wieder durch einen Wald, der uns zu einer Wegverzweigung mit Brunnen führte. Da wir noch recht gut in der Zeit waren, beschloss die Gruppe beinahe einstimmig, die Tour noch etwas zu verlängern: Bevor wir zum Ausgangspunkt Galbiate zurückliefen, folgten wir zu erst dem Wanderweg Richtung San Michele. Der Wanderweg war wirklich sehr reizvoll und führte auch an aussichtsreichen Abschnitten vorbei und das mit wenig Höhenunterschied. Kurz vor San Michele ging es nochmals ein kurzes Stück bergab. In einer Talsenke war der Weiterweg auch nicht mehr klar markiert, so dass wir dann wieder umdrehten und zurück zur Abzweigung am Brunnen liefen. Auf einer aussichtsreichen Kuppe beim Rückweg gab es eine kleine Überraschung von Jochen: Zwei Flaschen Sekt von der WG Wolfenweiler. Schnell waren die Strapazen und Mühen dieser „Ehrenrunde“ vergessen und dieses Geschenk kam sehr gut in der Gruppe an. Danach gelangen wir auf dem direktesten Weg zurück ins Ortzentrum von Galbiate.

Der Tag wurde wieder mit einem leckeren Abendessen im Hotel beschlossen.

 

 

24. April: Bergtour Monte Moregallo (1276 m)

Am 24. April machte der Sonntag seinem Namen alle Ehre: Uns erwartete ein traumhafter Tag mit viel Sonne. Also ideale äußere Bedingungen für die spektakulärste aber auch schwerste Tour dieser Kurzreise.

Die Anfahrt vom Hotel zum Ausgangspunkt Valmadrera-Belvedere wäre eigentlich sehr kurzweilig, nicht allerdings wenn man sich verfährt und auf dem Kirchplatz in Valmadrera landet. Nachdem wir kritisch von der einheimischen Bevölkerung beäugt wurden, verschwanden wir möglichst schnell und fanden dann doch den richtigen Parkplatz im Ortsteil Belvedere (290 m). Hier stellten wir unsere Autos ab (Achtung: Es hat nur wenige Parkplätze) und liefen ein gepflastertes Sträßchen bis zu einem freistehenden Bauernhof. Hier führte uns der Wanderweg Nr. 7 Richtung Monte Moregallo. Anfangs war der Weg noch recht flach und sehr kunstvoll mit Steinplatten angelegt. Bei Sambrosera (716 m) konnten wir uns nochmals an einer Quelle erfrischen, bevor der Weg steiler wurde. Nach einem steileren Stück erreichten wir den Sattel „ Bocchetta di Moregge“ (1110 m). Eine schöne Wiesenfläche war ideal zum Sonnenbaden und lud zu einer schönen Rast ein. Ein Teil der Gruppe verabschiedete sich von uns und lief eine andere Tour zurück zum Ausgangspunkt. Ein großes Dankeschön an Sigrun für diese Tourenleitung !

Für die Besteiger d. Monte Moregallo begann nun der spannende Teil der gesamten Tour: ein alpiner, teilweise sehr ausgesetzter Weg, der kurz unterhalb vom Gipfel mit einigen Ketten gesichert war. Diese Passage erforderte ein hohes Maß an Konzentration, machte dafür aber umso mehr Spaß. Die interessanten Tiefblicke, imposante Gesteinsformationen und zahlreiche seltene Pflanzen machten diese Tour zu einer absoluten Traumwanderung. Nach ca. einer Stunde erreichten wir das überraschend liebliche Gipfelplateau d. Monte Moregallo (1276 m). Hier machten wir nochmals eine Rast, bevor es an den Abstieg ging. Es war noch ein langer Weg nach unten, genauergesagt 1000 Abstiegsmeter. Anfangs war der Weg ziemlich steil und führte uns durch südlich exponierte Grasflanken. Ab Zucon (876 m) wurde der Weg wieder etwas „moderater“ und nach und nach erreichten wir den Ortsrand von Valmadrera. Eigentlich hätten wir durch den ganzen Ort laufen müssen und nochmals ein kleines Stück bis Belvedere aufsteigen. Doch eine einheimische Rentnerin nahm unsere Autofahrer bis zum Ausgangspunkt mit. Vielen Dank ! So blieb uns ein eintöniger Endspurt mit viel Asphalt erspart.

Die reine Gehzeit betrug ca. 6 Stunden bei ca. 1000 Höhenmetern. Wahrlich kein Spaziergang, aber eine grandiose Tour.

Danach gab´s wieder ein leckeres Abendessen zur Belohnung und im Anschluss bummelten wir noch etwas am nächtlichen Seeufer entlang. Eine Person hatte am nächsten Tag Geburtstag und so feierten einige von uns bis kurz nach Mitternacht. Näheres wird aber nicht verraten ;-)

 

 

25. April: Botanischer Spaziergang auf der Piani Resinelli und Heimfahrt

Langsam mussten wir von 4 abwechslungsreichen Tagen am Lago di Lecco Abschied nehmen. Doch vor der Heimfahrt stand noch eine kleine Wanderung auf dem Programm: Vom Ausgangspunkt Piani Resinelli oberhalb von Ballabio unternehmen wir einen knapp 2stündigen botanischen Spaziergang. Nach einer schnellen Anfahrt durch den Valsassina-Tunnel und einer kurvenreichen Bergstraße erreichten wir die reizvoll gelegene Hochebene Piani Resinelli (1276 m). Vom Parkplatz liefen wir den markierten Weg Richtung Rifugio Carlo Porta. Nach einer Weile ließen wir allerdings die Hütte rechts liegen und gingen weiter bis zum Einstieg d. Normalwegs (Nr. 7) zur Grigna Meridionale. Hier kehrten wir allerdings um und liefen den unmarkierten Weg zum Rifugio Carlo Porta (1426 m). Beim Rifugio genehmigten wir uns einen italienischen Cappuccino und liefen anschließend auf einer breiten Fahrstraße zu unseren Autos zurück. Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhren wir dann Richtung Heimat. An der Raststätte Bellinzona Nord begegneten sich ein Teil der Autofahrer nochmals. Am späten Abend kamen schließlich alle 15 Personen wohlbehalten zuhause an.

 

Fazit(s):