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Rückblick: Wandertage am Comer See  (06.04. - 09.04.2012) 

Mittlerweile gehören die (meistens) 4tägigen Kurzurlaube am Comer See zum festen Bestandteil der Straußenclique. Wie bereits die letzten Jahre waren wir im Hotel Baia di Pare in Valmadrera untergebracht. Dieses Hotel ist sehr empfehlenswert: schöne Lage direkt am See mit Sicht nach Lecco und zur imposanten Monte Resegone (1875 m), traumhafte Küche und vor allem sehr freundliches Personal. Wir wurden während der ganzen Zeit richtig verwöhnt. 

Dieses Mal waren wir insgesamt 13 Personen, die gemeinsam 4 schöne Tage am Comer See erleben durften.


     

06. April: Anreise und Wanderung Monte Barro (922 m)

Diesmal fuhren wir bereits um 4:20 Uhr in Wolfenweiler und um 5:10 Uhr in Weil los. Sinn und Zweck dieser „frühmorgendlichen Aktion“ war, dass wir vor dem großen Stau durch den Gotthard fahren können. Leider hat dies nicht ganz so geklappt: Wir standen ca. 50 Minuten vor der Röhre. Danach machten wir bei der Raststätte Gotthard-Süd unsere obligatorische Kaffeepause. Ohne weiteren Stau fuhren wir über Bellinzona - Chiasso - Como bis zur Ortschaft Galbiate, die reizvoll oberhalb von Lecco liegt. Gegen 11:00 Uhr kamen wir in der Ortsmitte beim Friedhof an. Unsere zwei Stuttgarter, die separat anreisten, waren noch unterwegs. Sie wurden von uns erst am Abend im Hotel empfangen. 

Wir starteten nun zu unserer Tour zum Monte Barro, dem ungemein aussichtsreichen und botanisch interessanten Berg südlich von Lecco. Vom Parkplatz vor dem Friedhof in Galbiate (371 m) liefen wir dem schmalen Fahrsträßchen Richtung Monte Barro. Eine genaue Wegbeschreibung erübrigt sich, da wir diese Tour bereits zum vierten Mal liefen. Die Eremo di Monte Barro mit ihrer schönen Aussichtsterrasse war leider geschlossen. So machten wir uns gleich an das letzte Wegstück bis zum Gipfel (922 m). Telweise war der Weg etwas steil und durch die Regenschauer der letzten Tage auch etwas rutschig. Bald erreichten wir das Gipfelkreuz und genossen eine schöne Rundumsicht. In den höhenliegenden Bergen hingen dunkle Wolken, das Gebiet rund um den Monte Barro blieb glücklicherweise vom Regen verschont. Nach einer kleinen Vesperpause begaben wir uns an den Abstieg über den aussichtsreichen Höhenrücken. Die felsigen Passagen wurden von allen Personen mit Bravour bewältigt. Im unteren Teil des Abstiegs ließ sich sogar nochmals sogar die Sonne blicken, somit hatten wir optimale Lichtverhältnisse zum Fotografieren. Nachdem wir wieder in Galbiate ankamen, gingen wir gemeinsam in eine typische italienische Bar. 

Anschließend fuhren wir in unser Hotel Baia di Pare. Nach einem kurzen Einchecken folgte ein leckeres italienisches Abendessen mit reichlich Vino della Casa und netten Unterhaltungen.

 



07. April: (Regen)-und Waldwanderung zum Rifugio Pianezzo

Die Wetteraussichten für den heutigen Tag waren nicht gerade vielversprechend, außerdem waren die Berge rund um den See in dichte Wolken gehüllt. Da wir positiv denkende Menschen sind, stand dennoch eine interessante Wanderung auf dem Programm. Nach einen reichhaltigen Frühstück fuhren wir gemeinsam bis zum Ausgangspunkt Valmadrera-Belvedere. Im Gegensatz zum letzten Jahr endete unsere Anfahrt nicht auf dem für den öffentlichen Verkehr gesperrten Kirchplatz von Valmadrera. Allerdings fuhr der Seniorchef des Hotels auch vor und half uns sogar bei der Parkplatzsuche. Das nennen wir einen exzellenten Service ! Von Belvedere (290 m) liefen wir wie bereits im Vorjahr den Weg Nr. 7, der uns durch einen lichten südalpinen Laubmischwald führte. Steil führte der Weg nach oben, kurz vor Sambrosera (716 m) fing es stark zu regnen an. Innerhalb kürzester Zeit fiel die Motivation zum Weiterlaufen beinahe ins Bodenlose. Bei der Wegverzweigung beratschlagten wir, ob wir wieder umdrehen oder weiterlaufen sollen. Doch bereits nach wenigen Minuten Diskussionen und Überlegen hörte es schlagartig mit dem Regen auf. Der Beschluss zum Weiterlaufen wurde fast einstimmig gefasst - Das nennt man positive Gruppendynamik ;-) Über einen weiterhin steilen Waldpfad erreichten wir die Bocchetta di Moregge (1110 m). Rechter Hand beginnt der spannende Aufstieg zum Monte Moregallo (1276). Doch bei diesen Wetterverhältnissen wäre diese Tour ein Himmelfahrtskommando. Wir folgten immer noch dem 7er-Weg und erreichten das Rifugio Pianezzo (1225 m). Wir waren an diesem Tag die einzigen Gäste. Hier machten wir eine längere Pause und genossen ein Bier bzw. leckere Pasta. Für den Abstieg folgten wir dem Weg Nr. 4, der uns anfangs unterhalb der Felswände des Corno di Canzo entlang führte. Mit Sicherheit auch ein schönes Gipfelziel, nur halt eben nicht bei diesen Wetterverhältnissen. Anschließend ging es auf lehmigen und rutschigen Wegen steil bergab. Dieser Wegabschnitt war teilweise eine ganz schöne Rutschpartie. Ab der Verzweigung Aqua del Fo (1000 Meter) wurde der Weg wieder etwas flacher. Jetzt folgte ein wunderschöner Waldabschnitt, der uns mit wenig Gefälle Richtung San Tomaso führte. Zum ersten Mal am heutigen Tag ließ sich nun auch die Sonne blicken. Wir hätten nicht geglaubt, dass wir heute noch in diesen Genuss kommen. Das letzte Stück runter nach San Tomaso (580 m) war nochmals etwas steiler. Bald erreichten wir die Kapelle, die aussichtsreich am Rande einer großen Wiese liegt. Wir genossen die schöne Rundumsicht, mussten uns aber schnell wieder weiterlaufen. Denn von den Bergen kündigte sich mit Donnergrollen ein Gewitter an. Das letzte Wegstück verlief glücklicherweise auf einen breiten Wirtschaftsweg und größtenteils im Wald. Leider begann es am Ende doch noch stark zu regnen, so dass wir ganz schön nass wurden. 

Reine Gehzeit: ca. 4 Stunden, 1000 Höhenmeter. 

Der Tag wurde wieder mit einem leckeren Abendessen im Hotel beschlossen. Wie bei unseren Italienreisen üblich, ließen wir den Tag mit einem Aperol Sprizz ausklingen.

   


08. April: Bergtour Monte Resegone (1875 m)

Unsere heutige Tour führte uns zum Monte Resegone, dem Hausberg von Lecco. Imposant thronen diese Kalkzinnen über der 50.000 Einwohner zählenden Stadt, ein wahrlich spektakulärer Hausberg. 

Die ersten 700 Höhenmeter legten wir mit der Funivia Piani d`Erna. zurück. Mit der Seilbahn fuhren wir zur reizvoll gelegenen Hochfläche Piani d`Erna (1303 m). Ein sonniger Tag kündigte sich an, also wie geschaffen für diese Tour. Von der Bergstation sind die Wanderwege zur Resegone ausgeschrieben. Bei der ersten Verzweigung mit einigen Wanderwegweisern folgten wir dem Weg Nr. 5 und Nr. 1. Der schmale Pfad führte uns im Wechsel anfangs durch einen Bergwald, später wechselten Wald und imposante Felsen ab. Ein traumhafter Weg mit einer tollen Aussicht. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind während der gesamten Tour unbedingt erforderlich. Nach der Hochfläche Pian Serrada (1475 m) begann schließlich der anspruchsvollste Teil der Tour. Steil und teilweise etwas ausgesetzt führte uns der Bergweg mit der 1er-Markierung Richtung Gipfel. Bald konnte man das Rifugio Azzoni (1860 m) erkennen, welches nur wenige Meter unterhalb der Monte Resegone (1875 m) in sehr aussichtsreicher Position erbaut wurde. Da es eisig kalt und sehr windig war, verkrochen wir uns schnell in das Rifugio. Der Gipfelsturm fiel aus den bereits erwähnten Gründen sehr kurz aus. Wir machten uns bald an den Abstieg, der aufgrund des steilen Geländes wesentlich anspruchsvoller als der Aufstieg war. Einige Zeit nach der Pian Serrada bogen wir linker Hand Richtung Rif. Stoppani (weiterhin Weg Nr. 1) ab. Ohne große Schwierigkeiten ging es jetzt durch einen lichten Wald. Die wärmende Sonne war eine richtige Wohltat und ein schöner Kontrast zu dem eisigen Wind an der Resegone. Das Rifugio Stoppani (890 m) liegt sehr reizvoll und lud uns regelrecht zu einer weiteren Pause ein. Das letzte Teilstück zurück zur Teilstation (610 m) war sehr abwechslungsreich: aussichtsreiche Wiesenhänge und sonnendurchflutete Wälder. Wenn da keine Frühlingsgefühle aufkommen ! 

Die reine Gehzeit betrug ca. 5 Stunden bei etwa 800 Höhenmetern im Aufstieg und ca. 1300 Meter im Abstieg. Eine wirklich anspruchsvolle, dafür sehr lohenswerte Tour. 

Danach gab´s wieder ein leckeres Abendessen zur Belohnung. Dabei konnten wir voller Stolz direkt vom Speisesaal zu unserem heutigen Tagesziel aufblicken.

   


09. April: Heimfahrt und kleine Wanderung (oder Spaziergang) in der Zentralschweiz

Schweren Herzens mussten wir uns am Ostermontag vom Hotel Baia di Pare verabschieden. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an die Familie Tentori für ihre herzliche Bedienung und das leckere Essen. Als Abschiedsgeschenk erhielt jeder von uns eine Flasche original italienischen Grappa (!). Wir fuhren unmittelbar nach dem Frühstück los und waren bereits um 12:00 Uhr am Gotthard-Südportal. Dennoch standen wir auch jetzt wieder für eine knappe Stunde im Stau. Bei der Fahrt durch die Innerschweiz rollte der Verkehr reibungslos. Bei Stansstad verließen wir die Autobahn und parkierten am Rande des kleinen Gewerbegebiets in der Nähe des Stansstader Rieds (436 m). Ein Teil der Gruppe spazierte in den Ort (Kaffee und Kuchen), die anderen Personen liefen gemeinsam auf den Rotzberg. Dieser kleine Hügel oberhalb von Stansstad ist eigentlich keine eigene Tour wert. Doch für einen knapp 2stündigen „Spaziergang“ ist er ein ideales Ziel. Auf kleinsten Raum findet man eine vielfältige Landschaft vor: steile Wälder, liebliches Kulturland mit einigen Bauernhöfen und auf dem breiten Gipfelplateau (672 m) mit den Resten einer ehemaligen Burg hatten wir eine verhältnismäßige gute Rundumsicht. Der Abstieg führte uns durch das Rotzloch, eine kurze und dennoch sehr interessante Schlucht. Nach einer reinen Gehzeit von etwas mehr als einer Stunde und 250 Höhenmetern trafen die Wanderer und die Kaffeetrinker fast auf die Sekunde genau wieder bei den Autos ein. 

Von einem Teil der Gruppe mussten wir uns schon verabschieden, einige Teilnehmer gingen noch mit zur gemeinsamen Schlusseinkehr beim Fünfschilling in Fischingen. 

Leider gingen diese 4 Tage viel zu schnell vorbei. Es war eine tolle Stimmung in der Gruppe, dementsprechend fiel der Abschied sehr schwer.

 

Fazit(s):