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25.06. – 02.07.2017: Wander- und Kulturreise Mazedonien

 

Vorwort:

Mazedonien gehört zweifelsohne zu den unbekannten Reisezielen in Europa, eigentlich zu Unrecht, denn dieser Balkanstaat hat einiges für einen unbeschwerten Aktivurlaub zu bieten: Eine wilde und unberührte Berglandschaft mit schroffen Felsen und blumenreichen Bergwiesen, den Ohridsee mit seinen naturnahen Uferabschnitten und verträumten Orten und auch eine Vielfalt an historischen Stätten, die bis auf die Zeiten Alexander des Großen zurückreichen. Pulsierende Städte wie beispielsweise die Hauptstadt Skopje stehen im wohltuenden Kontrast zu den ursprünglichen Bergdörfern, in denen eine herzliche Gastfreundschaft noch großgeschrieben wird und Fremde sehr freundlich aufgenommen werden.

Nach einer langen Wartezeit, verbunden mit einer riesigen Vorfreude, war es dann endlich soweit: Am 25. Juni 2017 flogen 7 Personen gemeinsam in die mazedonische Hauptstadt Skopje.

 

 

25.Juni: Flug nach Skopje mit mitternächtlicher Ankunft

Unsere Anreise nach Skopje (Скопје) verlief ohne größere Zwischenfälle, allerdings kamen wir erst kurz nach Mitternacht in der mazedonischen Hauptstadt an. Am Flughafen „Alexander der Große“ wurden wir bereits von unserem Fahrer begrüßt, der uns nach einer ca. 20minütigen Fahrt in das Hotel Centar (http://hotelcentar.com.mk) brachte. Nach einem schnellen Check-In legten wir uns natürlich gleich schlafen.

 

 

26. Juni: Wanderung Matkaschlucht

Etwas übermüdet nach dieser relativ kurzen Nacht genossen wir das reichhaltige Frühstück im klimatisierten Speisesaal – Denn das Wetter an diesem Tag war wirklich hochsommerlich warm. Zum vereinbarten Zeitpunkt wurden wir bereits von unserem Fahrer am Hoteleingang erwartet. Im Kleinbus fuhren wir zum nächstgelegenen Einkaufszentrum, wo wir uns mit Proviant und Getränken für die heutige Schlucht-Wanderung eindecken konnten. Am Eingang der Matkaschlucht befindet sich das Dorf Glumovo (Глумово), welches hauptsächlich von ethnischen Albanern bewohnt wird. Während der Fahrt durch dieses Dorf entdeckten wir plötzlich einen Massenauflauf – Unser Busfahrer erläuterte uns den Grund dafür: Am Vortag hat ein Dorfbewohner bei einer Familienfehde 4 Männer erschossen. Dieser schockierende Umstand war für uns später noch von Relevanz. Beim letzten Parkplatz am Eingang des Canyon stiegen wir aus, unsere Wanderung konnte nun starten. Mit den größtenteils sandalentragenden Touristen liefen wir bis zum Kloster Matka und dem gleichnamigen Restaurant mit Terrasse. Danach begann die eigentliche Schluchtenwanderung– Ein breiter Wanderweg wurde teilweise aufwendig in den Felsen gehauen, dann wieder mal unterbrochen durch flachere Uferabschnitte. Auf Schritt und Tritt entdeckten wir neue Fotomotive: Den Matkasee, der als Aufstauung des Flusses Treska entstand, in verschiedenen Grün- und Blautönen, spektakuläre Felswände und eine immense Anzahl an Pflanzen und Schmetterlingen. Für diesen Reichtum an teilweise endemischen Arten ist der Matka Canyon zumindest bei Insidern über die Grenzen von Mazedonien hinaus bekannt. So liefen wir über mehrere Kilometer immer am Flussufer entlang und genossen diese spektakuläre Szenerie. Irgendwann war der „reguläre“ Weg zu Ende, der durch eine Absperrung in Form eines Geländers markiert wurde. Wir überkletterten diese Absperrung und liefen den immer noch problemlos zu begehenden Weg weiter. Doch irgendwann bewogen uns die Hitze und der Durst nach einem kühlen Bier zur Umkehr. Wir „mussten“ jetzt zwar den gleichen Weg zurücklegen, doch aufgrund neuer Eindrücke wurde es uns nie langweilig. Nach ein paar Kilometern erreichten wir das heißersehnte Restaurant, wo wir ausgiebig unser Skopsko Pivo genossen.

Eigentlich wäre danach eine Bootsfahrt zur Vrelo-Höhle geplant gewesen, welche übrigens die größte bisher entdeckte Unterwasserhöhle der Welt ist! Leider waren alle Bootsfahrer an diesem Tag bei der Trauerfeier für die bei der Familienfehde getöteten Personen. Somit fiel leider diese Höhlentour ins Wasser. Unser gut vorbereiteter Organisator hatte natürlich gleich einen Plan B auf Lager – Eine kleine Wanderung zum Kloster St. Nikola (Sveti Nikola, Свети Никола), welches auf der gegenüberliegenden Seite oberhalb der Schlucht thront. Um dorthin zu gelangen, mussten wir auf die andere Flussseite gelangen. Auf „regulären“ Wege in Form einer Überfahrt mit dem Boot war dies aufgrund der Abwesenheit der Bootsleute nicht möglich. So blieb nur noch die „irreguläre“ Variante: Wir überkletterten trotz Verbotsschild das Geländer der Staumauer und liefen über die Dammkrone auf die gegenüberliegende Seite. Hier führte ein Wanderweg in Serpentinen bergan. Wir erreichten dieses wunderschön gelegene Kloster und genossen den Tiefblick in die Schlucht. Für den Rückweg wählten wir einen landschaftlich sehr aussichtsreichen Pfad, der uns von der Schlucht wegführte. Wir erreichten wieder ein Lokal, wo es natürlich wieder ein Bier gab :-) Hier wurden wir bereits von unserem Fahrer begrüßt, der mit uns zurück zum Hotel Centar fuhr.

In einem etwas gehoberen Restaurant ganz in der Nähe der Philip-II-Arena (https://de.wikipedia.org/wiki/Philip-II-Arena) gönnten wir uns ein feines Abendessen. Dennoch war das Preisniveau für unsere Verhältnisse sehr günstig. Danach bummelten wir durch die Innenstadt von Skopje – Markantes Wahrzeichen ist der Brunnen mit dem Standbild von Alexander des Großen und den mehrfarbigen Wasserfontänen. Die Architektur im Stadtzentrum wirkte teilweise etwas kitschig, dennoch auch sehr beeindruckend.

 

 

27. Juni: Stadtführung Skopje

Nachdem wir gestern einen landschaftlich sehr reizvollen Wanderausflug im Umland der mazedonischen Hauptstadt unternahmen und bereits Skopje bei Nacht kennenlernten, stand heute eine offizielle Stadtführung auf dem Programm. Unsere deutschsprachige Stadtführerin empfing uns direkt an der Hotelrezeption. Anfangs liefen wir am Fluss Vardar (Вардар) entlang und danach ging ins Stadtzentrum mit seinen zahlreichen Monumenten und Denkmälern, welche thematisch die ruhmreiche Geschichte von Mazedonien darstellten. Die Erläuterungen unseres Guides waren sehr informativ und kurzweilig. Danach ging es in die albanisch geprägte Altstadt mit ihren schmalen Gassen, Basaren und Moscheen. Im Anschluss liefen wir hoch zur Festung Kale, wo wir einen Teil der Stadt überblicken konnten, der Berg Vrodno mit dem Millenniumskreuz war ebenso gut zu erkennen. In einem schattigen Restaurant in der osmanisch wirkenden Altstadt legten wir danach eine kurze Pause ein, denn die Temperaturen waren hochsommerlich warm und jede Art von Abkühlung war an diesem Tag herzlich willkommen. Dieser Citytrip dauerte gute 4 Stunden und unser Guide war mit vollem Herzblut dabei, sie erläuterte uns auch die politische Situation der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart. Danach verabschiedeten wir uns unter Applaus von unserer Stadtführerin und bummelten noch etwas durch die Gassen der Altstadt.

Informationen zur vielfältigen Geschichte von Скопје unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Skopje

Danach ging es per Pedes zurück zum Hotel, wo wir bereits von einem Fahrer mit Kleinbus empfangen wurden, der uns in ca. 2-3 Stunden in den Nationalpark Mavrovo fuhr. Hier genossen wir die angenehmen Temperaturen inmitten einer idyllischen Bergwelt. Unsere Unterkunft für die nächsten 2 Tage war das Hotel Bistra: https://bistra.com. Dieses Hotel ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen und strahlt noch einen gewissen sozialistischen Glanz aus. Die Zimmer sind allerdings sauber und das Personal sehr freundlich.

Nach dem Abendessen wurden wir bereits von Karolina, der guten Seele des Hauses, für den morgigen Tag instruiert – Der Besteigung des höchsten Berges von Mazedonien und Albanien!

Infos zum Nationalpark: http://npmavrovo.org.mk/en

 

 

28. Juni: Golem Korab (2764 m) – Das Dach von Mazedonien und Albanien

Der heutige Gipfeltag begann mit einem frühen Aufstehen und einer herzlichen Begrüßung durch Karolina und unseren 2 Bergführern. Jeder von uns erhielt außerdem noch ein reichhaltiges Lunchpaket. Wir verteilten uns auf die beiden SUV´s, denn für die Anfahrt zum Ausgangspunkt war ein geländegängiges Fahrzeug obligatorisch. Zuerst fuhren wir von Mavrovo entlang des gleichnamigen Sees (https://de.wikipedia.org/wiki/Mavrovosee) bis zur großen Staumauer, danach ging es auf der Hauptstraße Richtung Debar weiter. Nach einiger Zeit, dort wo der Fluss Radika die Straße erreicht, bogen wir rechterhand ab und folgen nun unzählige Kilometer einer Schotterpiste mit dutzenden Schlaglöchern. Nach weiteren „Unebenheiten“ und mehr als 10 Km auf diesem holprigen Sträßchen kamen wir an einem größeren Haus vorbei, der Station der mazedonischen Grenzpolizei. Hier mussten wir unsere Pässe vorlegen und wurden registriert. Somit konnten wir uns legal im Grenzgebiet zu Albanien aufhalten. Weiter ging es auf dieser holprigen Straße, doch nach ca. 1,5 Stunden Fahrt (vom Hotel aus) erreichten wir endlich Караула (1473 m), den Startpunkt unserer heutigen Gipfelbesteigung. Der Gipfel war hier bereits mit einer Gehzeit von 4,5 Stunden angeschrieben. Anfangs liefen wir für kurze Zeit durch einen prachtvollen Buchenwald, bald danach ging es durch blühende Wiesen bergan, wir kamen an einer Stallung mit dutzenden Schafen vorbei. Der Ausblick wurde immer phänomenaler – Wir überblickten gefühlt die gesamte Bergwelt Mazedoniens. Für ein längeres Stück verlief nun der allseits gut markierte Pfad gleichbleibend auf einer Höhe. Wir konnten uns an der immensen Blütenpracht nicht satt sehen, selbst unsere „Nicht-Botaniker“ gerieten da ins Schwärmen. Darunter befanden sich zahlreiche Pflanzen, die wir von unseren früheren Balkantouren kannten, aber mit Sicherheit auch einige Lokalendemiten. Nach und nach erblickten wir immer mehr felsige Bergspitzen – Doch der Golem Korab war noch immer nicht sichtbar. Erst nachdem der Weg nochmals die Richtung änderte,war die eigentliche Gipfelkuppe sichtbar.

Voller Euphorie liefen wir durch blühende Alpinwiesen bergan und erreichten nach über 4 Stunden den Gipfel vom Golem Korab (Голем Кораб) mit 2764 Metern übrigens der Länderhöhepunkt von Albanien und Mazedonien: https://de.wikipedia.org/wiki/Korab_(Berg). Auf albanisch heißt dieser Berg Maja e Korabit. Wir genossen diesen Gipfeltriumph und errichteten auf dem Vermessungsstein die mit Sicherheit höchstgelegene Weinbar Mazedoniens. Eine Flasche original mazedonischer Rotwein wurde von einem Teilnehmer bis auf dem Gipfel getragen. Natürlich war auch die Rundumsicht phänomenal und reichte tief nach Albanien hinein, wir erblickten in der anderen Richtung unzählige mazedonische Berge. Irgendwann ist die schönste Pause zu Ende und wir machten uns an den langen Abstieg, der uns noch bevorstand. Zwar war der Abstiegsweg absolut identisch mit der Aufstiegsroute, jedoch ergaben sich aufgrund der geänderten Perspektive immer wieder neue Fotomotive. Nach einer reinen Gehzeit von ca. 8 Stunden, 18 Kilometern und 1400 Höhenmetern kamen wir wieder an der „Wache“ auf 1473 Metern an. Die Rückfahrt entlang der Schotterpiste kam uns überraschend kurzweilig vor, vermutlich lag es an den interessanten Gesprächen mit den 3 Bergführern. Nach diesem triumphalen Tag genossen wir das Abendessen umso intensiver und legten uns zeitig schlafen.

 

 

29. Juni: Bergwanderung Medenica (2163 m)

Nach dem grandiosen Gipfelerfolg vom Vortag stand heute eine kleinere Bergwanderung auf dem Programm. Ganz in der Nähe von unserem Hotel (ca. 15 Km Anfahrt) befindet sich der aussichtsreiche Berg Medenica (Меденица), mit 2163 Metern die höchste Erhebung in der Bistra-Berggruppe. Bereits die Anfahrt war landschaftlich sehr reizvoll: Eine schmale Straße führt durch eine offene und steppenartig wirkende Berglandschaft und endet im Dorf Galičnik. Wir stiegen allerdings bereits schon früher aus: In einer Kurve, welche die Form eines „ runden M“ hat, zweigt rechterhand ein breiter Feldweg ab. Hier stiegen wir aus und verabschiedeten uns vom privat organisierten Taxifahrer. Eine Weile liefen wir entlang dieses erdigen Weges bis wir rechterhand Wegweiser aus Holz erblickten. Nun ging es bergan, die Markierungen waren sehr spärlich und größtenteils schon verwaschen. Doch der Wegverlauf war aufgrund der Geländestruktur relativ eindeutig. Nach einer Weile erreichten wir ein kleines Plateau und erstmalig wurde der eigentliche Gipfel sichtbar. Weiter ging es durch saftig grüne Bergweiden mit unzähligen Heuschrecken. Der letzte Anstieg zum Gipfel war weglos, technisch allerdings sehr einfach. Leider blies ein recht starker Wind auf dem 2163 Meter hohen Меденица-Gipfel. Somit fiel die Rast etwas kürzer aus. Der Abstieg erfolgte beinahe in direkter Falllinie talwärts. Bald erreichten wir wieder den erdigen Feldweg in der Nähe von einem größeren Schafstall. Nun schlenderten wir bequem zurück zur Straße, wo wir bereits von unserem Taxichauffeur empfangen wurden. Nach wenigen Kilometern Fahrt erreichten wir das reizvoll an einem Berghang gelegene Dorf Galičnik (Галичник). Hier kehrten wir in einem einfachen und sehr gemütlichen Restaurant ein. Danach ging es wieder zurück zu unserem Hotel in Mavrovo.

Reine Gehzeit für die Wanderung zum Medenica ca. 3 Stunden bei etwa 600 Höhenmetern, rudimentäre Kenntnisse in der Orientierung im Gelände sind allerdings erforderlich.

Leider mussten wir nun Abschied vom Hotel Bistra und Karolina nehmen – Wir starteten anschließend zu unserer landschaftlich sehr reizvollen Fahrt nach Ohrid (Охрид), der Perle am gleichnamigen See. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 Stunden und war landschaftlich sehr abwechslungsreich. In Ohrid checkten wir im Hotel Millenium Palace ein, ein 4Sterne-Hotel, welches direkt an der Seepromenade liegt. Wir ließen den Abend bei mazedonischen Speisen, feinem Wein bzw. einem Bier ausklingen.

 

 

30. Juni: Bergtour Magaro (2254 m)- Galicija-Nationalpark

Bereits von der Uferpromenade aus ist in südöstlicher Richtung die markante Gipfelkuppe vom Magaro (Магаро), 2254 m sichtbar. Dieser Berg ist die höchste Erhebung des gesamten Galičica-Gebirges und des gleichnamigen Nationalparks: https://de.wikipedia.org/wiki/Galičica. Die wohl einzige Tour in diesem Gebirgskamm, über die es eine deutschsprachige Routenbeschreibung gibt, ist die Rundwanderung zum aussichtsreichen Magaro-Gipfel.

Die Anreise zum Startpunkt der heutigen Rundtour führte uns am Anfang entlang des östlichen Seeufers Richtung Albanien. Wenige Kilometer vor der Grenze zweigte eine kurvenreiche Serpentinenstraße linkerhand ab und leitete uns bergan bis zum Ausgangspunkt beim Pass Lipova Livada (Липова Ливада), 1568 m. Wenige Meter unterhalb der Passhöhe ist der Ausgangspunkt bereits deutlich zu erkennen: Rechter Hand befinden sich mehrere Wanderwegweiser inmitten einer saftigen Wiese. Anfangs führte uns der Weg durch einen dichten Wald mit zahlreichen knorrigen Rotbuchen. Nach ca. 200 Höhenmetern Aufstieg erreichten wir die Waldgrenze und der Pfad leitete uns durch eine blumenreiche Mulde. Auf einer Höhe von ca. 1900 Metern kamen wir bei einer Wegverzweigung an. Leider waren die Wegweiser bereits komplett ausgebleicht und unleserlich. Doch auch ohne lesbare Beschilderung war unser Weiterweg klar: Wir nahmen für den Aufstieg den rechten Pfad, der uns sehr aussichtsreich oberhalb der felsigen Abbruchkante auf das weiträumige Gipfelplateau leitete. Die Fernsicht wurde von Aufstiegsmeter zu Aufstiegsmeter imposanter: Anfangs überblickten wir große Teile vom Ohridsee, später schließlich überblickten wir auch den Prespa-See (https://de.wikipedia.org/wiki/Prespasee). Doch immer wieder mussten wir stehenbleiben und die immense Blumenpracht bewundern. Wir entdeckten zahlreiche Pflanzen, von denen ein Teil mit Sicherheit endemisch ist. Die Schlussetappe zum Gipfel verlief wie bereits erwähnt auf einer weiträumigen Hochfläche. Direkt bei der rot-weißen Vermessungssäule vom Magaro (2254 m) genossen wir eine ausgiebige Gipfelrast und die angenehmen Temperaturen (Am Seeufer war es heute wieder einmal brütend heiß). Der Abstiegsweg leitete uns später wieder zurück zur Weggabelung mit den ausgebleichten Wegweisern. Der Rückweg nach Lipova Livada war identisch zum Aufstieg, wo bereits der Taxifahrer auf uns wartete. Im klimatisierten 9Sitzer fuhren wir wieder die kurvenreiche Straße nach unten, wo wir an einer Mautstelle eine Eintrittsgebühr von ca. 2-3 Euro pro Person für den Nationalpark zu entrichten hatten. An einer Strandbar legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp ein und beobachteten das bunte Treiben am Seeufer – Was für ein Kontrast zur Bergwanderung, wo wir bis auf 2 weitere Personen alleine unterwegs waren.

Die reine Wanderzeit betrug knappe 4 Stunden bei knappen 700 Höhenmetern, allerdings waren wir aufgrund der spektakulären Aussicht und der immensen Artenvielfalt an Pflanzen „etwas“ länger unterwegs.

Unter folgendem Link findest Du einen Bericht und Bilder zur identischen Tour: http://www.hikr.org/tour/post83415.html

Nach einem reichhaltigen Abendessen in einem Restaurant erkundigten wir die nächtliche Altstadt von Ohrid mit einem Besuch der Kirche Johannes von Kaneo, von hier hatten wir eine schöne Sicht über den nächtlichen See bis zu den Lichtern auf der gegenüberliegenden Seite.

 

 

01. Juli: Stadtführung Ohrid

Die Stadt, die am gleichnamigen See liegt, ist wohl die Haupttouristenattraktion in ganz Mazedonien und weist mittlerweile ein internationales Touristenpublikum auf. Ein Großteil der Besucher kommt aus den jugoslawischen Nachfolgestaaten, der Türkei, Polen und Tschechien. Die Stadt Ohrid (Охрид) und der Ohridsee (Охридско Езеро) sind seit 1979 UNESCO-Welterbe – Die Stadt aufgrund der langen Kulturgeschichte und der beindruckenden Architektur, der See ist einer der ältesten Seen der Erde mit einer ganz besonderen Tier- und Pflanzenwelt im See oder in den nahegelegenen Bergen. Wir kamen ja bereits bei der gestrigen Bergtour in den Genuss dieser reichhaltigen Flora mit vielen endemischen Arten.

Doch an diesem Tag stand keine Wanderung, sondern eine Stadtführung mit einem deutschsprachigen Guide auf dem Programm. Mihael wurde in Triberg im Schwarzwald geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Deutschland. Seine Stadtführung dauerte gute 4 Stunden und war extrem kurzweilig. Er konnte uns allerhand Wissenswerte zur Geschichte, Kultur, den einzelnen Kirchen wie auch zur aktuellen politischen Lage erzählen. Er erwähnte auch, dass ein Großteil der Bevölkerung immer noch der jugoslawischen Ära nachtrauert und weiterhin Josip Broz Tito verehrt. Beim Gang durch die Altstadt suchten wir uns oft einen schattigen Platz, einmal in einem Juweliergeschäft, wo uns die berühmten Ohrider Perlen erläutert wurden, dann wieder in einer der unzähligen Kirchen (365 christliche Gotteshäuser soll es in Ohrid geben). Dann waren wir wieder der Sonne ausgeliefert, gingen hoch bis zur Festung, die über der Altstadt thronte. Das Highlight kam am Ende – Der Besuch der Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo (Свети Јован Канео), das wohl häufigste Fotomotiv von ganz Mazedonien. Von der Anlegestelle bei der Kirche fuhren wir mit einem Boot zurück zum kleinen Hafen auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt.

Weitere Informationen zu Ohrid: https://de.wikipedia.org/wiki/Ohrid und über den gleichnamigen See: https://de.wikipedia.org/wiki/Ohridsee

Danach mussten wir leider von Ohrid Abschied nehmen und wurden in einer knapp 3stündigen Fahrt zurück nach Skopje gefahren. Die Rückfahrt war dennoch sehr kurzweilig, da sie durch die landschaftlich reizvolle Bergwelt Mazedoniens führte. Als wir in der Hauptstadt eintrafen, hatte es immer noch 40 Grad! Wir beschlossen den Abend in einem Restaurant in unmittelbarer Nähe des Hotels Centar.

 

 

02. Juli: Rückflug – Abschied von Mazedonien nehmen

Unser letzter Tag in Mazedonien begann wieder einmal mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet im klimatisierten Speisesaal in unserem Hotel. Ein Teil der Gruppe ging noch in das benachbarte Einkaufszentrum oder lief am Ufer des nahegelegenen Flusses Vardar entlang. Doch leider mussten wir bald Abschied nehmen: Zwei Privat-Taxen fuhren uns in ca. 30 Minuten zum Flughafen. Unsere Maschine hob pünktlich ab, wir konnten letztmalig Mazedonien aus der Vogelperspektive bewundern. Der Flug verlief reibungslos, so dass wir bei angenehmen Temperaturen in Basel bzw. Stuttgart ankamen.

 

 

Fazit dieser Reise: