Rückblick: Bergtourentage am Comer See (30.09. - 03.10.2017)

 

Bereits seit vielen Jahren gehören die Wandertage am Comer See zum festen Bestandteil der Straußenclique. Diese Kurzreise ist meistens sehr schnell ausgebucht, so auch im Herbst 2017.

Kein Wunder bei diesem leckeren Essen, dem sympathischen und familiär geführten Hotel und natürlich auch wegen den schönen Wanderungen inmitten einer alpinen und gleichzeitig mediterranen Landschaft. Das besondere an 2017: Zum ersten Mal fand diese Kurzreise 2mal in einem Jahr statt – An Ostern und jetzt im Herbst.

Dieses Mal waren wir wieder 16 Teilnehmer, die aus der Region Karlsruhe – Freiburg – Bern kamen

 

 

30. September: Anreise und (wieder) Wanderung Monte Barro (922 m)

Kein Wanderurlaub am Comer See ohne unsere Startwanderung am aussichtsreichen Monte Barro :-)

Aufgrund des hohen Staurisikos vor dem Gotthard fuhren wir diesmal über den gleichnamigen Pass. Leider gab es auch hier eine Baustelle mit Ampelregelung: Unterhalb von Andermatt wurden die Tunnelgalerien und der Straßenbeleg erneuert. Doch irgendwann kamen wir dann doch in Galbiate (371 m) an. Diesmal folgten wir bei angenehmen Temperaturen dem steilen Wanderweg über die Südseite Richtung Gipfel (922 m). Der Ausblick war bereits nach Verlassen des krautreichen Waldes ein Vergnügen. An Botanik war inmitten der bereits sehr herbstlich wirkenden Wiesenhänge natürlich nicht mehr sehr viel zu entdecken – Doch das geübte Auge konnte doch noch einige interessante Pflanzen fotografisch festhalten. Oben angekommen machten wir erst mal eine längere Rast – Aufgrund der langen Anfahrt und dem kurzen, jedoch knackigen, Anstieg waren wir sehr hungrig. Direkt beim Gipfelkreuz genossen wir eine imposante Rundumsicht, leider waren die höheren Bergspitzen durch eine dicke Wolkenschicht verdeckt. Doch bereits die Sicht auf die unter uns liegenden Seen war sehr imposant. Zur Abrundung des Gipfeltriumphs gab es einen feinen Wein der WG Wolfenweiler. Für den Abstieg wählten wir den direkten Weg zum Eremo di Monte Barro (741 m). Hier verweilten wir nochmals für eine Weile, bevor wir uns an den Direktabstieg Richtung Ortskern von Galbiate machten.

Reine Gehzeit: ca. 3-4 Stunden, etwa 600 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Aufgrund der längeren Anfahrt eher gemütliches Wandertempo.

Anschließend fuhren wir in unser Hotel Baia di Pare, wo wir von Familie Tentori und ihren Mitarbeitern in kulinarischer Weise verwöhnt wurden.

 

 

1. Oktober: Versuch Monte Moregallo (1276 m)

Am 2. Tag unserer Wanderreise stand wie bereits im April der Monte Moregallo auf dem Programm, der sich mit seiner steilen Felsflanke fast 1000 Meter über dem See erhebt. Seit wenigen Jahren gibt es einen Wanderweg, der ca. 200 Meter vom Hotel aus startet, den „Ul Sentee del Lâch“. Diese Aufstiegsvariante zum M. Moregallo ist ein absoluter Geheimtipp und selbst auf italienischsprachigen Internetseiten finden sich darüber nur sehr wenige Informationen. Dabei ist der unmarkierte Einstieg eigentlich problemlos zu finden: Vom Hotel aus einfach der Strandpromenade in nördliche Richtung folgen. Zwischen der Bar und der Gelateria dann linkerhand den Treppen folgen und schon befindet man sich auf diesen Weg. Die ersten offiziellen Wegweiser tauchen nach ca. 10 Minuten auf einer Wiesenlichtung auf. Wir genossen diesen Weg, so hatten wir trotz der starken Bewölkung an einigen Stellen einen wunderschönen Blick auf den unter uns liegenden See. Nach gut 400 Höhenmetern erreichten wir schließlich Sasso di Preguda (647 m), an dieser Stelle befindet sich eine kleine Kapelle, die an einen riesigen Findling (Granitstein, der durch den früheren Gletscher an diese Stelle transportiert wurde) gebaut wurde. Hier teilte sich unsere Gruppe. Unter der fachkundigen Führung von Karin lief ein Teil der Mitwanderer über Sambrosera und San Tomaso zurück zum Hotel. Auch wir folgten dem Weg Nr. 5, der uns sehr aussichtsreich, teilweise auch leicht ausgesetzt, durch die Südflanke des Bergmassives führte. Bei Forcellina (720 m) waren erstmal die größten Schwierigkeiten überstanden. Bald danach leitete uns der Weg in einen dichten Wald mit dem gemütlichen Rastplatz Sambrosera (716 m), den wir bereits von unzähligen Wandertouren der letzten Jahre kannten. Nun begann ein steiler Aufstieg (Sentiero Nr. 7) bis zur Bocchetta di Moregge (1110 m). Aufgrund der Regenfälle der letzten Nacht und dem starken Nebel mussten wir leider Abstand von einer Überschreitung des Monte Moregallo nehmen. Stattdessen bogen wir linkerhand ab und folgten weiterhin Sentiero Nr. 7 bis zum Rifugio SEV Pianezzo (1276 m). Leider war das Rifugio bereits geschlossen, doch auf einer gemütlichen Hüttenbank machten wir unsere Mittagspause. Für den langen Abstiegsweg zurück zum Hotel folgten wir nun dem Sentiero Nr. 4. Bei der Bocchetta di Luera (1209 m) machten wir in wenigen Minuten einen Abstecher zum Corno Orientale (1239 m). So kamen wir heute doch noch zu unserem persönlichen Gipfeltriumph. Allerdings war die Fernsicht, milde ausgedrückt, sehr bescheiden. Von der Bocchetta führte der Weg anfangs steil nach unten, auch war das Gelände aufgrund des lehmigen Waldbodens sehr rutschig. Danach wurde der Abstiegsweg etwas moderater und nach einiger Zeit erreichten wir San Tamaso (580 m). Ein sehr idyllischer Ort, den wir auch bereits von anderen Wandertouren kennen. Hier gönnten wir uns einen feinen italienischen Kaffee und setzen unseren Weiterweg entlang des Ortsrandes von Valmadrera zurück zum Hotel.

Nach einer reinen Gehzeit von ca. 6 Stunden und etwa 1200 Höhenmetern erreichten wir wieder unser Hotel.

 

 

2. Oktober: Alpines Feeling an der Monte Resegone (1875 m)

Eigentlich war an diesem Tag eine Besteigung der Grigna (2409 m) geplant, allerdings hüllten sich auch an diesem Morgen die höheren Berge rund um den See in dichten Wolken. Doch halt: Es gab eine Ausnahme bzw. Lichtblick – Die Bergspitzen der Monte Resegone waren an diesem Tag frei von Wolken. Somit disponierten wir spontan um und bestiegen an diesem Tag den Hausberg von Lecco. Diese großartige Bergtour unternahmen wir bereits im Mai 2015, doch heute lernten wir die Resegone im herbstlichen Ambiente kennen.

Die Anfahrt bis zur Talstation der Funivia Piani d`Erna. war recht kurzweilig, mit der Seilbahn fuhren wir zur reizvoll gelegenen Hochfläche Piani d`Erna (1303 m). Irgendwie wirkte die ansonsten so touristische Gegend sehr menschenleer, wir befanden uns eindeutig in der Nebensaison. Die Herbstfärbung des Laubes und das intensive Licht der Morgensonne sorgten für eine reizvolle Landschaftskulisse und sehr fotogene Motive. Bei der ersten Verzweigung mit einigen Wanderwegweisern folgten wir dem Weg Nr. 10. Der markierte Wanderweg führte uns anfangs durch eine liebliche Wiesen- und Waldlandschaft, doch bereits nach kurzer Zeit wurde er immer schmaler und ausgesetzter und verlief entlang steiler Flanken. Aufgrund der nächtlichen Regenfälle waren einige Wegabschnitte relativ rutschig, so war höchste Vorsicht angesagt. Irgendwann erreichten wir die steile Rinne „Canalone Bobbio“. Die steilsten Abschnitte waren durch zahlreiche Ketten entschärft und somit problemlos zu begehen, lediglich etwas Armkraft war beim Hochziehen erforderlich. Im oberen Teil verbreitete sich die Schuttrinne und bald kamen wir zum Ausstieg, wo wir eine schöne Sicht zu den Bergamasker Alpen hatten. Der aussichtsreiche Pfad verlief entlang der Gratkante der Resegone, war technisch relativ einfach zu begehen. Wir liefen an zahlreichen verblühten Edelweiß und noch blühenden Herbst-Enzianen vorbei und entdeckten als botanische Besonderheit die endemische Insubrische Glockenblume (https://de.wikipedia.org/wiki/Insubrische_Glockenblume). Bald erreichten wir das bereits geschlossene Rifugio Azzoni (1860 m), welches nur wenige Meter unterhalb der Monte Resegone (1875 m) in sehr aussichtsreicher Position erbaut wurde. Wir machten unsere Mittagspause an einer aussichtsreichen Stelle. Leider zogen immer dichtere Wolken und dunkle Nebelschwaden auf.

Deswegen machten wir uns bald an den Abstieg (Weg Nr. 1) Richtung Pian Serrada (1475 m). Durch die letzten Regenschauer waren die Steine etwas glitschig, so war auf dem teilweise abschüssigen Weg höchste Konzentration gefragt. Einige Zeit nach der Pian Serrada bogen wir linker Hand Richtung Rif. Stoppani (weiterhin Weg Nr. 1) ab. Ohne große Schwierigkeiten ging es jetzt durch einen lichten Wald. Das Rifugio Stoppani (890 m) liegt sehr reizvoll und lud uns regelrecht zu einer weiteren Pause ein. Leider war auch diese Hütte bereits geschlossen, doch zur Abrundung dieser tollen Wanderung gab es einen feinen Sekt aus dem Markgräflerland. Das letzte Teilstück zurück zur Teilstation (610 m) war weiterhin sehr abwechslungsreich.

Die reine Gehzeit betrug ca. 5-6 Stunden bei guten 700 Höhenmetern im Aufstieg und ca. 1200 HM im Aufstieg.

Wahrlich eine Traumtour, die allerdings eine gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Wir haben an diesem Tag alles wieder richtig gemacht und konnten dem schlechten Wetter ein Schnippchen schlagen.

Der Tag wurde wieder mit einem leckeren Abendessen im Hotel beschlossen. Die Stimmung war ausgelassen, die Unterhaltungen wieder sehr nett. Als kleines Abschiedsgeschenk erhielt jeder Teilnehmer ein Flasche Olivenöl!

 

 

3. Oktober: Heimreise und Stippvisite am Gotthard

Schweren Herzens mussten wir uns am 3. Oktober vom Hotel Baia di Pare verabschieden. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an die Familie Tentori für ihre herzliche Bedienung und das leckere Essen.

Wir fuhren auf direktem Wege über Como, Chiasso, Bellinzona Richtung Gotthardpass. Leider fing es bereits im nördlichen Tessin zu regnen an, auf der Passhöhe erwarteten uns Starkregen und ein bissiger Wind. Somit war klar, dass unsere geplante Wanderung zum Lago della Sella ins Wasser fiel. Stattdessen ließen wir im Restaurant bei Kaffee und Kuchen nochmals die abwechslungsreichen Tage am Comer See Revue passieren.

Danach verabschiedeten wir uns bereits voneinander, die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle, so dass wir bereits gegen 15:30 Uhr in Schallstadt ankamen.

 

  

Fazit(s):

  • Wir haben wieder alles richtig gemacht, es war wieder einmal eine sehr harmonische Gruppe
  • Aufgrund der diesmal großen Leistungsstärken der einzelnen Teilnehmer gab es diesmal 2 Wandergruppen – Auch dies hat sehr gut geklappt! Herzlichen Dank nochmals für die erfolgreiche Umsetzung des „Twin-Konzepts“!
  • Zu guter Letzt wollen wir uns wieder bei allen Autofahrern für die tolle Leistung bedanken!!
  • Spätestens im Jahr 2018 werden wir wieder dem Hotel Baia di Pare einen Besuch abstatten. Wir bedanken uns bei allen Personen für ihre Teilnahme und das positive Feedback nach der Tour!
   
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