Acht Wanderfreunde der Straußenclique machten sich am 13.6. auf eine privat geplante, einwöchige Wanderreise in die Cevennen im Süden Frankreichs.
Drei Wandertage lang folgten wir den Spuren von Robert Stevensen, dem Autor der „Schatzinsel“ und „Dr.Jekyll und Mr.Hyde“, auf dem bekannten Stevenson Weg.
Die übrigen Tage waren eine Höhlenbesichtigung, eine Wanderung entlang des Flusses Tarn und eine Kanufahrt auf dem Fluss Tarn geplant.
Übernachtet wurde in Mehrbettzimmern in relativ einfachen Unterkünften mit Hüttencharakter in denen abends ein Gemeinschaftsessen angeboten wurde. Das hatte den großen Vorteil, dass gesellschaftlicher Austausch mit anderen Reisende an der Tagesordnung war.
Tag 1: Anreise: Freiburg – La Vinette
Die Anreise erfolgte in einem großen, gemieteten Sprinter von Karlsruhe bzw, Freiburg aus. Unterkunft für die erste Nacht war in die Pension „Mas of Affenadou“ bei La Vinette mit sehr freundlichen Gastgebern. Zu unserer Freude verfügte die einfache Unterkunft sogar über einen kleinen Pool.
Tag 2: Etappenwanderung auf dem Stevenson Weg: Chasseradès – Les Alpiers
Die erste Etappe auf dem „Stevenson Weg“ von einem Campingplatz bei „Chasseradès“ zur Wanderunterkunft „Gîtes Loz’Air“ in „Les Alpiers“ verlief größtenteils auf breiten Waldwegen im Wald. Eine herrliche Pause gab es an einem kleinen Bach. Die Aussicht bei „Gîtes Loz’Air“ entschädigte dann für den ca. 18km langen Weg.
Wir hatten uns auf eine Massenunterkunft eingestellt, hatten dann aber, als die Gastgeber sich keine Minute vor der angegeben Zeit ließen, ein eigenes, kleines Häuschen mit 2 Vierbettzimmern und einem Ausenthaltsraum für uns. Dies war die einzige Unterkunft, in der wir Hüttenschlafsäcke brauchten, und wir mussten aus Angst vor Bettwanzen unsere Rücksäcke getrennt lagern. Beim guten Gemeinschaftsessen mit Lachs schlossen wir auch Bekanntschaft mit anderen Wanderern, u.a. einem US Amerikaner, der mit seiner Tochter den ganzen Stevenson Weg wanderte und dabei jeden Tag Etappen von über 30km machte. Leider war die Herrin des Hauses etwas unfreundlich und wir durften auch keine Minute zu früh unsere Zimmer beziehen oder den Essensraum betreten (Zitat: „Der Raum darf erst in 4 Minuten betreten werden.“) Dafür durften wir ein Getränk als Aperitiv kennenlernen, das wir vorher nicht kannten, ein Mix aus Weißwein und Kastanien-Syrup. Der Hausherr war aber etwas überfordert damit, dass Deutsche sowohl Wein trinken, denn er hatte nur noch Tetrapacks da. (Vermutlich hat der noch keine Badener und Schwaben da gehabt. 🙂 )
Tag 3: Etappenwanderung auf dem Stevenson Weg: Les Alpiers – Monte Lozere – Pont-du-Montvert
Die zweite Etappe von ca 23km führte dann nach durch eine wunderschöne Landschaft und mit toller Aussicht über das Skigebiert beim „Mont Lozere“ und den „Sommet de Finiels“ zum Ort „Le-Pont-de-Montvert“ an der Tarn. Eine lange Pause machten wir dabei am Kiosk bei der Ski-Station. Danach ging es es durch eine wunderschöne Landschaft zum Gipfel „Sommer de Finiels“, einem Gipfel im Massiv des Mont Lozere.
In Le-Pont-de-Montvert bekamen wir, relativ müde und ausgelaugt, einem großen Schreck, weil der Hotelier unsere Reservierung erst nicht finden konnte. Nach ca. 1h Bangen, entschädigte dann aber ein Bad im Fluß Tarn für die lange Wanderung, allerding gut beäugt von einigen Wasserschlangen. Es waren recht viele Wanderer unterwegs und entsprechend war die Unterkunft eher auf schnelle, nicht sonderlich gute Abfertigung ausgelegt. Wie wir später hörten, fanden unsere Bekannten aus den USA für diese Nacht auch gar keine Unterkunft mehr.
Tag 4: Etappenwanderung auf dem Stevenson Weg: Pont-du-Montvert – Ferme des Cevennes bei Florac les Trois Rivieres
Am nächsten Tag ging es dann über den „Champlong de Bouges“ in Richtung „Florac les Trois Rivieres“. Wir verließen allerdings einige Kilometer vor dem Ort den „Stevensen Weg“ und wanderten direkt zu unserer Unterkunft für die nächsten 4 Nächte, der „Ferme des Cevennes“. Mit einigen extra Kilometern, teils wir wir nicht aufpassten, teils weil Wege in den Karten (online und physisch) unbegehbar waren, kamen wir dann recht erschöpft nach ca. 29km und ca. 1150hm in der Unterkunft an.
Die „Ferme de Cevennes“, unsere Unterkunft für die restlichen Tage, ist teils urige Wanderunterkunft, aber auch eine Art Museum und Erlebnisbauernhof für Tagestouristen. So wird u.a. Käse und Likör selbst hergestellt und verkauft. Außerdem gibt es ein eigenes kleines Netz von Spazier- oder Wanderwegen mit Schautafeln. Leider scheint man lieber neue Gebäude bauen zu wollen, statt die vorhandenen Zimmer, insbesondere das Bad, zu renovieren. Auch die Sauberkeit der Zimmer und beim Essen ließ zu wünschen übrig. Es war aber ein Erlebnis, das malzu.
Das Essen dort war sicherlich nicht jedermanns Sachen, aber schon ein Erlebnis. Man aß zusammen mit anderen Gästen in einem Art Rittersaal mit großem offenem Kamin, wie ich ihn nur von Burgen kannte. Neben dem Buffet mit Oliven und verschiedenen Pasten als Vorspeise, konnte man sich auch beliebig an einer Auswahl von Salami und Käse bedienen. Allerdings hatten es auch viele Fliegen in die Schränke mit den Waren geschafft. Jeder musste sich sein Geschirr selbst aus einem Schrank holen und es gab kaum zwei gleich Teller.
Nach einer recht guten Vorspeise mit gebackenem Käse auf Salat, ließ der Hauptgang dann allerdings zu Wünschen übrig. Es gab eine Art Endlosbratwurst vom offenen Feuer und eine nach Kartoffelbrei aussehende Pampe, die man mit der Schere abschneiden musste, um Portionen zu bekommen.
Die Mehrheit der Teilnehmer stimmte daher dafür, die nächsten Tage woanders zu Essen. Ich persönlich fand das Essen lustig und schon das Buffet an Pasten und die Salami und die leckere Käseauswahl haben mir als Essen vollkommen gereicht. Zum Essen konnte man sich an den Likören bedienen und es gab auch etwas Wein für jeden.
Um dann morgens beim Frühstück an Kaffee und Baguette zu kommen, bedurfte es allerdings viel Geduld, da die wenigen Angestellten völlig überfordert waren.
Die Auswahl an Marmeladen, Honig, Käse, Salami war aber wirklich klasse.
Tag 5: Spaziergänge bei der Ferme des Cevennes, Ausflug zur Tropfsteinhöhle „Aven Armand“
Am nächsten Tag war dann erst Ausruhen bzw Spaziergänge bei der Ferme angesagt, während Kai und Silke per Taxi unseren Transporter holten.
Danach fuhren wir zur sehr sehenswerten, riesigen Tropfsteinhöhle von „Aven Armand“. Ihr riesiger Höhlenraum ist so groß, dass Notre Dame hineinpassen würde. Man fährt in eine Standseilbahn in die Höhle hinein. Auch die Fahr dorthin war schon spektakulär, da man die Tarn Schlucht mit ihren zig Felsen queren musste.
Nach der Besichtigung der Höhle, aßen wir in einem Straßenlokal in Florac.
Tag 6: Rundwanderung entlang des Flusses Tarn zwischen Sainte-Enimie und Saint-Chély-du-Tarn
Am 6.Tag fuhren wir ca 1 Stunden nach Sainte-Enimie und wanderten von dort auf ca. 19km (910hm) durch eine wunderschöne Landschaft mit Blick auf die Tarn Schlucht. Über den Höhenrücken ging es aussichtsreich nach Saint-Chély-du-Tarn, wo einige in der Tarn badeten, während anderen lieber eine Erfrischung von innen bevorzugten. Etwas oberhalb der Tarn gind es dann zurück. Bei Sainte-Enimie gab es zum Abschluß ein erfrischendes Bad in in der Tarn und danach Essen in einem Straßenlokal. Zurück in der Ferme wurde dann noch lange Karten gespielt und Wein getrunken. (So lange, dass sich manche über die lange feiernden Deutschen beklagten – wieder welche, die noch nie Badener und Schwaben getroffen hatten.)
Tag 7: 19km Kanufahrt auf dem Fluß Tarn
Am letzten Tag in den Cevennen war eine Kanufahrt auf der Tarn geplant. Vom Campingplatz „Camping Couderc“ bei „Sainte-Enimie“ ging es in Zweierkanus auf ca 19km vorbei an „La Malene“ bis zum Endpunkt bei „Baumes Basses“. Glücklicherweise ist die Tarn ein recht ruhiger Fluss, so dass die Manouvrierfehler nicht so schlimm waren. Nur zweimal mussten wir, wie geplant, das Boot über eine schwierige Stell tragen. Als wir nach ca 6 1/2 Stunden, incl. einer kurzen und einer etwas längeren Pause, am Ziel ankamen waren wir sehr dankbar, dass uns der Bootsvermieter den Rat gegeben hatte, anfangs etwas schneller zu machen, um mehr Zeit für die letzte und schönste Etappe von La Malene nach Baumes Basses zu haben.
An diesem Tag gaben wir dem Essen in der Ferme nochmals eine Chance. Und witzerweise gab es genau das gleiche Essen wie am ersten Tag, vermutlich weil die meisten Wanderer dort nur eine Nacht bleiben. Auf der Terasse wurde es wieder ein schöner und gemütlicher Abend.
Tag 8: Heimfahrt
Am 8. Tag der Reise machten wir uns nach dem Frühstück auf die doch recht lange Heimreise nach Freiburg bzw Karlsruhe.
Da wir das Fahrzeug wieder gewaschen zurückgeben mussten, bereitete die Suche nach einer geeignet großen Waschanlage etwas Kopfzerbrechen. Letzten Endes fanden wir aber eine LKW Waschanlage in Herbolzheim. Den kleinen Bus in der riesigen Halle zu sehen, war schon ein Bild wert.
Fazit:
Es war eine wunderschöne Woche mit netten Leuten in einer super schönen Landschaft und vielen unvergesslichen Erlebnissen.
Ganz herzlichen Dank an Kai für die Idee, die super Planung und gute Umsetzung! Und an Erich für den Bericht 🙂
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