Seit 2010 gehören die Wandertage am Comer See mit Unterkunft in unserem Stammhotel Baia di Parè zum festen Bestandteil der Straußenclique und somit sind diese nicht mehr aus unserem Tourenkalender wegzudenken. So war es nicht allzu verwunderlich, dass diese Kurzreise auch diesmal wieder recht schnell und größtenteils unter der Hand ausgebucht war. Kein Wunder bei dem leckeren Essen, dem reizvoll in Seenähe gelegenen Hotel und natürlich auch wegen den schönen Wanderungen inmitten einer alpinen und gleichzeitig mediterranen Landschaft.
Dieses Mal waren wir 18 TeilnehmerInnen, die voller Vorfreude an den Comer See reisten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren reiste gut die Hälfte der Gruppe bereits am Mittwochabend an, so sparte man sich die „Nachtschicht“ an Gründonnerstag. Doch diese Variante ersparte nicht nur die Anreise „mitten in der Nacht“, sondern man kam bereits am Mittwoch in den Genuss einer wunderschönen Abendstimmung am See…
2. April: Wanderung Monte Barro (922 m)
Jedes Jahr seit 2008 (mit Ausnahme von 2011) startete unser Kurzurlaub am Comer See mit einer Wanderung am Monte Barro. Ein Teil der Gruppe konnte ausschlafen und gemütlich frühstücken und fuhr in ca. 15 Minuten zum Ausgangspunkt. Doch auch für die TeilnehmerInnen, welche eine „Nachtschicht“ einlegen, verlief die Anreise absolut reibungslos (fast kein Stau vor dem Gotthard).
Wohlbehalten trafen schließlich alle TeilnehmerInnen am vereinbarten Treffpunkt in Galbiate ein. Zum Start unserer Einstands-Wanderung gönnten wir uns einen feinen Cappuccino in einer landestypischen Bar (mittlerweile fast schon unser Stammlokal). Doch danach startete endlich das Wanderabenteuer Comer See 2026 – Wir liefen auf der Ostseite des Bergmassives (Weg Nr. 301), unsere ständigen Begleiter waren wechselnde Ausblicke über den Lago di Garlate wie auch eine reichhaltige Flora mit den ersten Orchideen, blau blühenden Enzianen und prächtigen Felsenbirnen, nur um ein paar zu nennen. Gefühlt viel zu schnell erreichten wir idyllische gelegene Schutzhütte Baita Pian Sciresa, hier machten wir unsere wohlverdiente Mittagspause (nach dem Aufstehen Mitten in der Nacht und der langen Fahrt hatten ein Teil der Gruppe richtig Hunger). Von der B. Pian Sciresa folgten wir auf der Rückseite des Bergmassivs bergan bis zum Abzweig bei der Sasso della Vecchia. Hier bogen wir linkerhand ab und folgten dem „Kammweg“ steil bergan. Dieser Wegabschnitt war ungemein aussichtsreich, kurz vor dem Gipfel mussten wir eine einfache Kraxelstelle überwinden. Schließlich erreichten wir den 922 Meter hohen Gipfel mit seiner vielgepriesenen und phänomenalen Rundumsicht. Dies war natürlich der ideale Rastplatz, wir genossen die milden Frühlingssonne und natürlich auch das 360Grad-Panorama. Irgendwann mussten wir vom Monte Barro Abschied nehmen – Wir wählten den direkten Abstiegsweg bis zum Eremo. Ganz in der Nähe, bei einem Bildstock, gab es zur Feier des Tages einen Rotwein aus dem Markgräflerland. Für den Rückweg folgten wir weiterhin dem Wanderweg 301 bis in den Ortskern von Galbiate.
Das traumhafte Wetter am ersten offiziellen Tourentag wie auch die sonnigen Aussichten für die nächsten Tage steigerten die Vorfreude auf die kommenden Touren immens 😊
Wir legten an diesem Tag insgesamt 10,8 Km und 630 Höhenmeter zurück.
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Anschließend fuhren wir in unser Hotel Baia di Pare, wo die Neuankömmlinge bereits herzlich von der Familie Tentori und ihren Mitarbeitern empfangen wurden. Den Abend ließen wir bei einem feinen Abendessen (3Gänge) und reichlich Wein im hoteleigenen Restaurant ausklingen…
3. April: Monte Moregallo (1276 m) – Mehr als 1000 Meter überm See
Am 2. Tag unserer Bergtourenwoche stand der Monte Moregallo auf dem Programm, der sich mit seiner steilen Felsflanke fast 1000 Meter über dem See erhebt. Ein weiterer Pluspunkt dieser Wanderung ist auch der Umstand, dass wir direkt beim Hotel starteten konnten und somit unsere PKW´s einen Ruhetag hatten. Etwa 200 Meter vom Hotel aus begann der Einstieg in den „Ul Sentee del Lâch“. Diese Aufstiegsvariante zum M. Moregallo ist ein absoluter Geheimtipp und selbst auf italienischsprachigen Internetseiten finden sich darüber nur sehr wenige Informationen. Wir bieten diese Aufstiegsroute seit 2017 an und bisher sind unsere Berichte die einzige deutschsprachige Internet-Quelle über diesen reizvollen Weg Richtung Moregallo. Dabei ist der unmarkierte Einstieg eigentlich problemlos zu finden: Vom Hotel aus einfach der Strandpromenade in nördlicher Richtung laufen. Zwischen der Bar und der Gelateria dann linkerhand den Treppen folgen und schon befindet man sich auf diesen Weg. Die ersten offiziellen Wegweiser tauchen nach ca. 10 Minuten auf einer Wiesenlichtung auf. Wir genossen diesen Weg – Er war zwar steil und verlief größtenteils im Wald, dennoch hatten wir an einigen Stellen einen wunderschönen Blick auf den unter uns liegenden See wie auch zur gegenüberliegenden Berggruppe der Monte Resegone. Nach ca. 400 Höhenmetern erreichten wir schließlich Sasso di Preguda (647 m), wo wir auf den regulären Wanderweg stießen. An dieser Stelle befindet sich eine kleine Kapelle, die an einen riesigen Findling (Granitstein, der durch den früheren Gletscher an diese Stelle transportiert wurde) gebaut wurde. Hier folgten wir dem Weg Nr. 5, der uns sehr aussichtsreich, teilweise auch leicht ausgesetzt, durch die Südflanke des Bergmassives führte. Aufgrund der tollen Fernsicht hatten wir sogar einen Blick bis nach Milano. Bei Forcellina (720 m) waren erstmal die größten Schwierigkeiten überstanden. Bald danach leitete uns der Weg in einen schattenspendenden Wald mit dem gemütlichen Rastplatz Sambrosera (716 m), den wir bereits von unzähligen Wandertouren der letzten Jahre kannten. Nun begann ein steiler Aufstieg (Sentiero Nr. 7) durch einen südalpinen Laubwald. Bei der Bocchetta di Moregge (1110 m) begann das Highlight der heutigen Tour: Der ungemein aussichtsreiche und teilweise sehr ausgesetzte Grat zum Gipfel (1276 m). Ein sehr schmaler Pfad, immer wieder durch leichte Kletterstellen mit Kettensicherung unterbrochen, führte uns durch eine atemberaubende Landschaft. Kurz unterhalb vom überraschend weitläufigen und sanften Gipfelplateau folgte nochmals eine vorbildlich gesicherte Steilstufe. Wir genossen den Gipfeltriumph, unsere wohlverdiente Rast und natürlich auch die imposante Rundumsicht, welche bis zu den Walliser 4000er reichte! Der Abstiegsweg leitete uns zuerst Richtung Vorgipfel, bei der Bocchetta Sombrosera (1192 m) bogen wir rechterhand ab (Wegweiser Richtung Sambrosera). Der vor allem im oberen Teil steile und steinige Weg erforderte nochmals unsere volle Konzentration, wirklich ausgesetzt war dieser Wegverlauf an keiner Stelle, eine gute Trittsicherheit war allerdings erforderlich. Wir genossen während dieser Abstiegsetappe die teilweise frühsommerlichen Temperaturen und die interessanten Felsformationen in unmittelbarer Nähe. Danach führte der Abstieg durch einen lichten Wald, alsbald kamen wir wieder beim Rastplatz Sambrosera (716 m) vorbei. Der Weiterweg durch einen lichten Wald wurde etwas moderater (weniger steil) und führte uns bis zu den ersten Gehöften von Valmadrera. Das letzte Stück der heutigen Traumtour führte uns durch mehrere Wohngebiete zurück zum Hotel.
Auf diese grandiose Wanderung wurde abends bei reichlich Vino della Casa angestoßen.
10,6 Km, 1100 Höhenmeter, gute 6 Stunden Gehzeit mit leichten Kletterstellen.
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Am Abend stießen wir gemeinsam bei reichlich Vino della Casa auf diesen grandiosen Wandertag an!
4. April: Große Rundtour um und auf den Zucco di Sileggio (1373 m)
Nach einem guten Frühstück fuhren wir in das kleine Dorf Somana (400 m), welches oberhalb von Mandello liegt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich diesmal etwas einfacher, allerdings hatten wir auch viel Glück und starteten bereits eine halbe Stunde früher wie gewohnt vom Hotel aus.
Anfangs leiteten uns die Wegweiser Nr. 15/17 aus dem Ort heraus, wir liefen für einige Minuten auf einem Mulatteria. Bald bogen wir linkerhand ab (Sentiero 17 B, rote Beschilderung). Bald danach wechselten wir auf den Sentiero 17A (blau) – Diesem Sentiero folgten wir nun bis kurz unterhalb vom Gipfel. Anfangs ging es ganz schön schweißtreibend durch einen lichten Wald, nach gut 400 Höhenmetern kamen wir bei einer baumfreien Fläche vorbei und hatten erstmalig eine schöne Sicht über den See, rüber nach Bellagio, zu den Bergen auf der Westseite vom Comer See wie auch zur schneebedeckten Grigna und Grignetta. Es folgte nochmals ein steileres Aufstiegsstück und wir erreichten einen kleinen Sattel mit einem weiteren Aussichtspunkt. Der finale Aufstieg führte uns schließlich durch einen schattigen Buchenwald. Unterhalb des Gipfelfelsens verließen wir den regulären Weg 17A und bogen rechterhand bei einer „baufälligen“ Hütte ab. Die letzten Meter bis zum 1373 Meter hohen Gipfel leiteten uns durch felsiges, jedoch technisch einfaches, Terrain. Der Ausblick vom kreuzgeschmückten Gipfel war einfach phänomenal – Wieder schweifte der Blick bis zu der Walliser Prominenz (Alphubel, Matterhorn, Monte Rosa). Hier war der richtige Zeitpunkt für unsere wohlverdiente Mittagspause. Für den Abstieg folgten wir dem Höhenrücken in nördlicher Richtung, kamen am Bivacco Mario Sforza (1350 m) vorbei und kurz danach beim Sattel Bochetta della Verdascia (1267 m) an. Wir folgten der Beschilderung geradeaus bis zum Sattel Bocchetta di Calivazzo. Dieser Wegabschnitt führte entlang eines schmalen Pfades durch eine sonnenbeschienene Bergflanke mit unzähligen (leider größtenteils verblühten) Christrosen. Beim Sattel befand sich übrigens mit 1420 Metern der höchste Punkt der gesamten Tour. Hier machten wir nochmals eine kleine Ruhepause und fanden in unmittelbarer Nähe des Weges noch einige prachtvoll blühende Christrosen. Leider war hier der Wendepunkt und von nun an ging es (größtenteils) bergab. Der Abstieg zur Lichtung bei der Casina Calivazzo war im oberen Teil sehr angenehm zu laufen, im unteren Teil war der Weg mit viel Laub bedeckt, so dass der Untergrund etwas unberechenbar war. Der Hingucker im unteren Teil des Abstiegs wie auch am Waldrand waren prachtvoll blühende Seidelbast-Sträucher. Die nächste Etappe führte uns hinunter bis zur idyllischen Almsiedlung Alpe d`Era – Auch hier waren im oberen Teil des Abstiegs etwas Trittsicherheit gefragt. Der Weiterweg leitete uns auf einem breiten Weg oberhalb vom Valle di Era weiter. Kurze und steilere Abschnitte wechselten sich mit flachen Passagen ab – Die Tiefblicke in das tiefeingeschnittene Tal unter uns wie auch zu den gewaltigen Bergspitzen der Grigna/Grignetta waren einfach phänomenal. Der Wald veränderte nun langsam wieder sein Erscheinungsbild von mitteleuropäisch zu südalpin, was wir auch an den Temperaturen merkten. Wir kamen bei der sehr idyllisch gelegenen Kirche „Chiesa di Santa Maria“ (661 m) an – Wir nutzten diesen wunderschönen Platz für einen Umtrunk mit einem italienischen Rotwein. Von dort war es nicht mehr weit bis in die Ortsmitte von Somana (400 m).
Reine Gehzeit: ca. 7 Stunden, fast 1200 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Eine konditionell fordernde Wanderung!
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Das Abendessen im Hotel war wieder sehr reichhaltig und sehr lecker. Wir genossen die tolle Stimmung im Ristorante, die leckeren Speisen und natürlich auch den feinen Vino della Casa 😊
5. April: Genusstour Alpe del Vicerè – Monte Bolettone
Das traumhafte Osterwetter setzte sich fort – Also ging es auch am Ostersonntag wieder in die Berge 😊 Doch diese Idee hatten nicht nur wir – Beim Ausgangspunkt Alpe del Vicerè oberhalb von Erba war bei unserer Ankunft recht viel los, es gab sogar einen Parkplatzeinweiser.
Am Anfang folgten wir einen breiten Karrenweg bergan, später wechselten wir in den steilen Wiesenpfad, alsbald erreichten wir Gipfel Nr. 1 des heutigen Tages: Den 1304 Meter hohen Doss de la Mùla. Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter zum nächsten Gipfelziel: Auf dem 1318 Meter hohen Monte Bollettone befindet sich ein markantes Gipfelkreuz. Begrüßt wurden wir wieder von einer tollen Rundumsicht und von zahlreichen Berggängern – Hier waren wir definitiv nicht alleine! Der einfache Abstieg führte uns dann bis zur Bocchetta di Lemna (1115 Meter). Breite Waldwege leiteten uns weiter bis zum nächsten Sattel, der Bocchetta di Palanzo (1210 Meter). Von hier war es nicht mehr weit bis zum Gipfel Nr. 3 – Die Gipfelkuppe des 1272 Meter hohen Pizzo dell Asino war der ideale Platz für unsere Mittagspause. Nachdem wir uns ausreichend gestärkt hatten, war das Verlangen nach einem kühlen Bier oder Kaffee recht groß. So ging es auf direktem Wege zur Capanna Mara – Hier wurden wir „fündig“ und konnten unsere Wunschgetränke konsumieren. Nach dieser tollen Erfrischung folgten wir den breiten Weg bergab zurück zur Alpe del Vicerè.
Insgesamt waren es 10 Km und 600 Höhenmeter – Nach den „härteren“ Touren der Vortage waren wir etwas gemütlicher unterwegs.
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Das Abendessen im Hotel war wieder sehr reichhaltig und sehr lecker. Wir genossen am letzten Abend unseres Kurzurlaubes die tolle Stimmung im Ristorante, die leckeren Speisen und verabschiedeten uns „hochoffiziell“ und sehr herzlich vom gesamten Personal.
6. April: Heimreise und Kleine Abschlusswanderung in der Innerschweiz
Alle Jahre wieder müssen wir am Ostermontag Abschied vom Comer See nehmen. Bei weiterhin traumhaftem Wetter verabschiedeten wir uns vom Hotel Baia di Parè. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals an die Familie Tentori + Team für ihre herzliche Bedienung und das leckere Essen! Bis zum Gotthard-Südportal verlief die Rückfahrt beinahe staufrei, doch dann standen wir gute 45 Minuten im Stau. Dann erreichten wir wohlbehalten das Strandbad in Stansstad, wo man außerhalb der Badesaison kostenfrei parkieren kann. Direkt beim Schnitzturm (https://de.wikipedia.org/wiki/Schnitzturm) machten wir eine kleine Mittagspause. Jetzt unternahmen wir eine kleine und trotz der kurzen Strecke ungemein vielfältige Rundtour. Es ging anfangs am Seeufer entlang, danach wechselten sich frühlingshafte Wälder und offenes Gelände (blühende Wiesen) ab.
Die Wanderstrecke betrug nur gute 4,5 Km bei etwa 230 Höhenmetern.
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Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhren wir Richtung Heimat. Die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle, so dass wir alle wohlbehalten zuhause ankamen.
Fazit(s):
- Ein rundum gelungener Osterurlaub mit einer harmonischen und sehr leistungsstarken Gruppe!
- Das traumhafte Osterwetter mit Sonnenschein nonstop machte natürlich richtig gute Laune bei unseren Bergtouren
- Spätestens im Jahr 2027 werden wir wieder dem Hotel Baia di Pare einen Besuch abstatten
- Ein ganz herzliches Dankeschön an die Familie Tentori und ihr Team für die tolle Gastfreundschaft und das leckere Essen!
- Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Personen ihre Teilnahme und das positive Feedback nach der Tour!
- Ein ganz großes Kompliment an die tolle und harmonische Truppe 😊







































































































































































































































































